98 Aktive, 22 Vereine, zahlreiche Einzel- und Doppelentscheidungen und zwei Tage voller Begegnungen:
Am 5. und 6. September wurde die Großsporthalle Lauterbach zum Treffpunkt der Tischtennisfamilie im Vogelsberg.
Besonders in Erinnerung bleibt der Erfolg von Leon Eifert vom TV Frischborn. Der noch für die Jugend 19 spielberechtigte und damit jüngste Teilnehmer der Erwachsenenklasse bis 1200 gewann den Kreismeistertitel. Doris Hedrich vom VfL Lauterbach durfte sogar zweimal jubeln. Und auch im Nachwuchs und in den Doppelkonkurrenzen gab es viele Geschichten, die weit über reine Platzierungen hinausgehen.
Die Turnierstatistik weist 113 Einzelmeldungen und 40 Doppelmeldungen aus. Insgesamt waren 22 Vereine vertreten.
Leon Eifert: Der Jüngste seiner Klasse ganz oben
Manchmal erzählt ein Turnier mehr als nur die Geschichte eines Siegers.
Leon Eifert musste auf seinem Weg zum Titel gleich mehrfach zeigen, dass ein Rückstand noch lange keine Niederlage bedeutet. Im Viertelfinale gegen Adrian Rohr lag er bereits 0:2 nach Sätzen zurück – und gewann trotzdem noch mit 3:2. Auch im Halbfinale gegen Oliver Awiszus musste er nach einem 1:2 erneut zurückkommen.
Im Finale wartete schließlich sein Frischborner Vereinskamerad Marcel Gnade. Dort ließ Leon nichts mehr anbrennen und gewann mit 3:0.
Sechs Spiele, sechs Siege – und am Ende der Kreismeistertitel für den jüngsten Teilnehmer der Erwachsenenklasse bis 1200.
Starke Entscheidungen bei den Erwachsenen
Auch in den weiteren Erwachsenenklassen wurde um jeden Punkt gekämpft.
In der Klasse bis 1400 entwickelte sich das Finale zwischen Alfred Schmidt vom TTV Heimertshausen und Niels Rühl aus Ilbeshausen zu einem echten Fünfsatzkrimi. Schmidt lag bereits mit 1:2 zurück, drehte die Partie aber noch und wurde Kreismeister.
Bis 1600 setzte sich Marco Schneider vom TGV Schotten durch. Julian Ortwein vom TV Angersbach gewann die Klasse bis 1800, während Jonas Stiehler von der TTG Mücke in der Klasse bis 2000 ganz oben stand.
Zwei Titel für Doris Hedrich
Bei den Damen gewann Gabriele Spöhrer vom VfL Lauterbach die Klasse bis 1300 vor Viktoria Wilhelm aus Nieder-Ofleiden.
Besonders erfolgreich verlief das Wochenende für Doris Hedrich. Sie gewann die Damenklasse bis 1500 und holte außerdem den Titel bei den Seniorinnen 60. Dort setzte sie sich gegen ihre Lauterbacher Vereinskameradin Monika Geißel durch.
Bei den Senioren 40 gewann Jan Ulrich Herchenröder vom TGV Schotten, bei den Senioren 60 stand Arnold Döll vom VfL Lauterbach ganz oben.
Am Sonntag gehört die Halle dem Nachwuchs
Mit dem Nachwuchstag verändert sich bei einer Kreismeisterschaft immer auch die Stimmung in der Halle.
Trainer und Betreuer stehen an den Boxen, Eltern fiebern mit, und für manchen jungen Spieler ist schon der erste Start bei einer Kreismeisterschaft ein besonderes Erlebnis.
In der Jugend 11 gewann Edgar Schmidt vom TTV Heimertshausen vor Emil Ruhl von der TTG Vogelsberg und Tom Bleul aus Nieder-Ofleiden.
In der Jugend 13 führte kein Weg an Lukas Röcker von der TTG Büßfeld vorbei. Im vereinsinternen Finale setzte er sich gegen Moritz Stark durch. Noah Paul und Valentin Krech erreichten ebenfalls die vorderen Plätze.
Bei der Jugend 15 spielte Tom Gorke vom TV Angersbach ein starkes Turnier. Im Halbfinale musste er gegen Philipp Wilhelm über fünf Sätze, bevor er das Finale gegen Harvey Böhnke mit 3:0 gewann.
Auch die Jugend 19 hatte ihren verdienten Sieger: Samuel Hofacker vom TV Angersbach blieb in fünf Begegnungen ungeschlagen und gewann die Klasse vor Alfred Schmidt und Julian Gemmer.
Starke Mädchenklassen
Bei den Mädchen 11 spielte Luisa Winterholler von der TTG Vogelsberg ein beeindruckendes Turnier. Vier Begegnungen, vier Siege – und dabei gab sie keinen einzigen Satz ab. Hinter ihr belegten Maja Schwabauer aus Schotten und Mia-Sophie Scholz aus Frischborn die nächsten Plätze.
Bei den Mädchen 13 gewann Annika Ruppel vor ihrer Vereinskameradin Sophie Jöckel. In der Mädchen-15-Klasse setzte sich Anna Lienau von der TTG Vogelsberg vor Imke Schmidt und Laura Bernges durch. Den Titel bei den Mädchen 19 holte Celina Röcker von der TTG Büßfeld vor Jana Popplow.
Gemeinsam stark im Doppel
Auch die Doppelkonkurrenzen brachten viele spannende Begegnungen – und zeigten einmal mehr, dass Tischtennis nicht nur Einzelsport ist.
Bei den Erwachsenen bis 1200 gewannen Marcel Gnade und Thomas Kreuzer. In der Klasse bis 1400 setzten sich Christoph Weese und Alfred Schmidt durch. Bis 1600 siegten Manfred Kuhlmann und Paul Bernges, bis 1800 Patrick Mattern und Sascha Groß.
Bei den Senioren 40 standen Jan Ulrich Herchenröder und Christian Ketscher ganz oben.
Im Nachwuchs gingen die Doppeltitel an:
- Jugend 11: Tom Bleul / Edgar Schmidt
- Jugend 13: Moritz Stark / Lukas Röcker
- Jugend 15: Philipp Wilhelm / Jonas Richtberg
- Jugend 19: Alfred Schmidt / Maximilian Kinscher
- Mädchen 11: Mia-Sophie Scholz / Luisa Winterholler
Die Jugend-19-Entscheidung war dabei besonders spannend: Schmidt und Kinscher gewannen das Finale erst im fünften Satz gegen Paul Körner und Julian Gemmer.
22 Vereine gemeinsam in Lauterbach
Die Veranstaltung zeigte erneut die ganze Breite des Tischtennissports im Vogelsberg.
Die meisten Einzelmeldungen kamen aus Schotten mit 16, gefolgt von der TTG Vogelsberg und dem TTV Heimertshausen mit jeweils 14 sowie Lauterbach mit zehn und Frischborn mit neun Meldungen.
Aber eine Kreismeisterschaft lebt nicht allein von großen Teilnehmergruppen.
Auch die Vereine, die nur mit wenigen Aktiven vertreten sind, gehören genauso dazu. Jeder Start trägt dazu bei, dass aus einem Turnier ein gemeinsames Wochenende für den ganzen Kreis wird.
Ein Blick auf den Nachwuchs, der nachdenklich macht
Neben der Freude über viele gute Leistungen gehört zu einem ehrlichen Rückblick auch ein Blick auf die Entwicklung der Teilnehmerzahlen.
In den acht Nachwuchs-Einzelklassen kamen 2026 insgesamt 47 Meldungen zusammen. Im Vorjahr waren es nach unserer bisherigen Auswertung noch 67.
Das nimmt keinem der diesjährigen Erfolge etwas von seinem Wert.
Aber diese Entwicklung sollte uns beschäftigen.
Nicht mit Vorwürfen. Nicht mit der Frage, wer etwas falsch gemacht hat.
Sondern mit der Frage:
Was brauchen Kinder und Jugendliche, damit sie gerne zu einer Kreismeisterschaft kommen?
Denn nicht jedes Kind fährt zu einem Turnier, um Kreismeister zu werden.
Manchmal ist der größte Erfolg der erste Turnierstart.
Manchmal ein gewonnener Satz.
Manchmal der Mut, gegen einen deutlich stärkeren Gegner trotzdem an den Tisch zu gehen.
Und manchmal einfach das Gefühl, nach einem langen Tag sagen zu können:
„Das hat Spaß gemacht. Nächstes Jahr bin ich wieder dabei.“
Danke an alle, die dieses Wochenende möglich gemacht haben
Hinter jedem Namen in einer Ergebnisliste stehen viele weitere Menschen.
Trainerinnen und Trainer, die Woche für Woche in den Hallen stehen.
Betreuer, die zwischen mehreren Boxen hin- und herlaufen.
Eltern und Familien, die fahren, warten, anfeuern und mitfiebern.
Und Helfende, die aufbauen, organisieren, zählen und dafür sorgen, dass ein solches Wochenende überhaupt stattfinden kann.
Ihnen allen gilt ein ganz herzliches Dankeschön.
Natürlich gratulieren wir allen neuen Kreismeisterinnen und Kreismeistern und allen Platzierten.
Aber genauso möchten wir denen Danke sagen, die vielleicht ohne Urkunde nach Hause gefahren sind und trotzdem Teil dieses Wochenendes waren.
Denn am Ende sind es nicht nur Pokale, Titel und Platzierungen, die unseren Sport ausmachen.
Es sind die Menschen.
Viele Vereine. Unterschiedliche Generationen. Gegner am Tisch – und gemeinsam Tischtennis im Vogelsberg.
Und vielleicht ist genau das der wichtigste Wunsch für das kommende Jahr:
Dass wieder ein paar mehr Kinder und Jugendliche den Weg in die Halle finden und merken:
Hier bin ich willkommen. Hier darf ich ausprobieren. Hier gehöre ich dazu.
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